Ich trage einen Fisch in mir

schreibchenweise

Betta splendens tanzt im Formenkreis, ein Auf und Ab, das jeden Kompass Lügen straft.

Ich trage einen Fisch in mir. Che Rry schmeckt seine Farbe, ihn schmückt ein schöner Schwanz. Betta splendens. Tief in meinem Herzen steckt eine seiner Schuppen. Es schmerzt ein wenig. Ich schlucke ein Rezept dagegen, das lärmt mich wieder still. Love is the Devil und der Fisch schwimmt weiter im Feuermeer. Er taucht. Unter. Ein. Nicht wieder auf. Und wenn, dann ringt er nach Luft.

Ich ringe nach Boden, denn meine Füße sind zum Fliehen da. Zum Treten. Ihre Spuren brennen sich in Haut, die Narben schlägt. Meine zieh’ ich einfach aus, springe aus dem Ichgewand. Dann liegt es dort. Am Boden. Stirbt. Jeden dieser Tage ein bisschen mehr. Der Fisch trägt Tränen. Aus meinen Augen tropfen seine Schuppen auf die Straße. Schaumnestpfützen. Und mir ist kalt dabei.

Fische schwimmen nicht auf Straßen, sie vertrocknen dort. Love is the Devil und mein Fisch wird auf dem Teer ertrinken. Schwarzer Teer. Roter Che Rry. Ich bleibe farblos.

Böse Schlange

Pösie für Lieb & Bösi

Es war einmal ein Knabe,
der hatte eine Gabe:
Herzen brechen, Seelen blenden.
Doch gab es niemand, der konnt’ beenden
dies böse Treiben.

Dann kam da diese Schlange,
die wartete schon lange
auf solch Gelegenheit zum Biss –
schnappte, würgte ihn und riss
das Herz ihm aus dem Leib.

Jetzt irrt der Junge ohne Leben,
kann niemals wieder Liebe geben,
kann nur noch taumeln – leer und taub,
wie herbstlich-öde welkend Laub.
Selbst Schuld!

… oder doch noch heilbar?