Die Eitelkeit in dir

Pösie für Lieb & Bösi

Die Eitelkeit in dir ist ein verliebtes Tier,
Das gierig an sich selbst verdaut, spuckt, schluckt und widerkaut,
Sich sonnt in öligen Gedankenlachen

Wie ein Dämon in dir tobt dieses verwundete Tier,
Das ausläuft und brandet wie Gischt, seine Spuren nur halb verwischt,
Sich lautstark erbricht in deinem Hirn

Fast täglich suchst du nach einem neuen Zwirn
Um dich zu flicken und dann den Dämon in den Arsch zu ficken,
Derweil das Tier nur steht – und wartet – mächtig aufgebläht

Mal breit grinsend, oft mitleidig winselnd
Ein plumper Verführer, ein Sucher, ein Spürer
Du wirfst verzweifelt Fallen aus und verfällst doch nur aus dir selbst heraus

Du rennst, drehst dich nackt im Kreis und brennst
Stehst neben dir, neben diesem Tier, siehst im Spiegel dieses WIR
Und empfindest – nichts, nicht mal Leere

Bist weder starr noch angetrieben,
Auf der Suche nach dir selbst, wo bist du abgeblieben?

Nach Atem ringen

Pösie für Lieb & Bösi

An manchen Tagen
Geht die Sonne halbherzig auf und
Der Wind klingt wie ein
Digitales Rauschen

Gedanken bauschen

Am Himmel fiedeln
Arschgeigen in falschen Tönen,
Nur kann ich die Noten nicht lesen,
Weil mir die Augen schwimmen

Ängste glimmen

Das Exil im Kopf
Katert munter vor sich hin…
Hätte ich schönere Beine, ich würde
Kleider tragen und im Kopfstand pinkeln

Geraden winkeln

Bücher füllen sich
Mit Blindtext und Metaphern,
Acht Seiten weiter kleben Bilder,
Die wie Regenbogen klingen

Nach Atem ringen

Häuser fallen aus sich heraus,
Nur deren Wände bleiben stehen –
Will den Kopf daran zerschlagen,
Nicht meinen, der ist schon abgegriffen

Zerschollen an Riffen

Heute ist das Gestern
Von morgen und die Tage stolpern
Über sich selbst –
Jeder singt für sich im Stillen

Stumme Chöre wider Willen