5 wilde Tiere im Canyon der Hauptstadt

schreibchenweise

Berlin, Viertel vor Zehn, im Keller einer Bar, fünf Männer, eine Bühne. Ich wippe mit dem Fuß, schnippe mit den Fingern, singe die eine Textzeile mit, die ich sofort erkenne. Ich war es, ich bin es und ich werde es wohl für den Rest meines Lebens sein – ein echtes, ein begeistertes Pferdemädchen. Ich mag süße Ponys, edle Stuten und erst recht wilde Hengste. Auf letztere traf ich hier, unter Tage, weit weg von nebenan. Ein Ritt durch die Nacht, wild und ungestüm, Zähmung nicht in Sicht. Shame on you, wer jetzt unter der Gürtellinie denkt.

The Horse Force 5 sind Indie-Rock pur und ohne Sattel. Sie brauchen kein Zaumzeug, sie haben Schlagzeug. Ihr Bass wummert wie schweres Gehuf durch den Canyon der Großstadt. Die Gitarre scheint bespannt mit feinstem Schweifhaar, gespielt mit Pferdestärke. Angeführt vom Leithengst folgen die vier Mustangs keinem Gesetz, sondern seinem Gesang, der außen dreckig ist, tief und derb und in seinem Innersten an Herz verblutet.

Die Bar war einfach zu schwarz, zu eng, zu trocken. Ihr müsst weiter ziehen.
Jungs, ich reite mit euch!